Diabetische Nephropathie (Nierenerkrankung)
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Diabetische Nephropathie (Nierenerkrankung)


30 - 40% aller Diabetiker entwickeln im Lauf der Zeit eine diabetische Nierenerkrankung (=Nephropathie) - eine der wichtigsten Spätkomplikationen des Diabetes mellitus. Die häufigste Ursache für Nierenschäden ist ein schlecht eingestellter Blutzucker - das gilt für Typ-1-Diabetiker genauso wie für Typ-2-Diabetiker.
 
Die diabetische Nephropathie entwickelt sich über eine lange Latenzzeit - durchschnittlich vergehen 10 - 15 Jahre von der Diabetes-Erstdiagnose bis zur Ausbildung der Nierenerkrankung.
 
 
Harn-Check verhindert Dialyse
Als frühestes Kennzeichen einer Nierenschädigung tritt eine Mikroalbuminurie (kleine Eiweißpartikel im Harn) auf. Durch hohe Blutzuckerspiegel kommt es zu einer Verkalkung der großen Nierengefäße, gleichzeitig werden auch die kleinen Gefäße der Niere geschädigt. Dadurch scheidet der Körper vermehrt Eiweiß mit dem Harn aus – bei einer Untersuchung kann dies festgestellt werden.
 
Frühzeitiges Erkennen und entsprechende Behandlung helfen, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern und die Lebenserwartung zu erhöhen.
 
 
Harnuntersuchung und Grenzwerte
Zur Untersuchung wird entweder Spontanharn, Nachtharn oder 24-Stunden-Harn (am besten) herangezogen. Teilweise wird auch das Verhältnis von Albumin zu Kreatinin als Messgröße für die Mikroalbuminurie verwendet.
 

  • Ein Wert von weniger als 20mg/l (Milligramm pro Liter) Albumin gilt als normal.
  • Ein Albumin-Wert zwischen 20 und 200 mg/l (Mikroalbuminurie) ist ein Hinweis auf eine beginnende Nierenerkrankung.
  • Werte über 200 mg/l (Makroalbuminurie) sprechen für eine fortgeschrittene diabetische Nierenerkrankung.


 
Eine Mikroalbuminurie ist gesichert, wenn mindestens 2 positive Befunde innerhalb von 2 - 4 Wochen vorliegen. Falsch positive Befunde finden sich z.B. bei akut fieberhaften Erkrankungen, Harnwegsinfekten, ausgeprägter Hyperglykämie, bei Herzinsuffizienz und nach körperlicher Anstrengung.
 
 
Einmal pro Jahr muss sein!
Regelmäßiges Screening auf Mikroalbuminurie und daraus resultierende therapeutische Konsequenzen sind bei Typ-1-und Typ-2-Diabetikern von großer Bedeutung. Die Mikroalbuminurie stellt darüber hinaus vor allem beim Typ-2-Diabetes einen wichtigen Risikofaktor für atherosklerotische Komplikationen (vor allem Herzinfarkt) dar.
 
Achtung: Nicht jede Eiweißausscheidung beim Diabetiker bedeutet automatisch eine diabetische Nephropathie - beim Nierencheck werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um eine eindeutige Diagnose zu erhalten.
 
 
HbA1c in die Schranken weisen
Die frühzeitige Erkennung einer diabetischen Nephropathie bereits im Stadium der Mikroalbuminurie ist deshalb so wichtig, weil man hier durch eine entsprechende Therapie das Fortschreiten der Erkrankung verhindern kann.
 
Reduktion anderer Risikofaktoren wie hoher Blutdruck, hohe Blutfette oder Rauchen vermindert auch das Entstehen von Herz-und Gefäßerkrankungen, die eine der häufigsten Todesursachen darstellen.
 
Große Studien (DCCT, UKPDS) konnten belegen, dass eine intensivierte Diabetesbehandlung mit Senkung des HbA1c die mikrovaskulären Komplikationen (betrifft die kleinen Gefäße) deutlich verringert und somit das Neu-Auftreten und das Fortschreiten der diabetischen Nephropathie reduziert. Deshalb sollte unbedingt ein HbA1c von 7,0 – 7,5% angestrebt werden. Bei Werten über 8,0% steigt die Komplikationsrate bereits sprunghaft an.
 
 
Blutdruck senken
Die zweite therapeutisch wichtige „Säule“ der Nephropathie-Vorbeugung ist die optimale Blutdruckeinstellung. Die Fachgesellschaften fordern bei Diabetikern einen arteriellen Blutdruck unter 130/80mmHg, bei Vorliegen einer Makroalbuminurie sogar unter 125/75mmHg. Bestimmte Medikamente (ACE-Hemmer, AT1-Rezeptoren-Blocker) haben unabhängig von der Blutdrucksenkung einen speziellen nierenschützenden Effekt verglichen mit anderen Bluthochdruckmedikamenten. Manchmal müssen blutdrucksenkende Medikamente auch kombiniert angewendet werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
 
Bei Diabetikern mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz muss die Dialyse frühzeitig eingeleitet werden, da sonst vermehrt Komplikationen durch arteriosklerotische Gefäßerkrankungen und Infektionen auftreten können. Die kombinierte Nieren-Pankreas-Transplantation bietet bei ausgewählten Patienten Vorteile.
 
 
Wie kann man vorbeugen?
  • Optimale Blutzuckereinstellung
  • Bluthochdruck und Blutfette behandeln
  • Nikotinverzicht
  • Bei bestehender Nephropathie: regelmäßige Untersuchungen und Kontrollen; der Eiweißgehalt der Nahrung sollte unter 10% der Gesamtenergie liegen


 
 
Resümee
Vorbeugung und frühzeitiges Erkennen einer Nierenschädigung und eine optimale Therapie steigern Lebensqualität und Lebenserwartung deutlich.

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