Diabetische Neuropathie (Nervenerkrankung)
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Diabetische  Neuropathie (Nervenerkrankung)


Die diabetische Neuropathie zählt zu den diabetischen Spätkomplikationen und umfasst verschiedene Funktionsstörungen im Bereich des sogenannten somatischen (peripheren) und /oder autonomen Nervensystems.
 
Als auslösende Mechanismen werden Ablagerungen von Zuckeralkoholen (Polyole) entlang der Nervenmembran, Zirkulationsstörungen im Nervensystem durch die gestörte Funktion der kleinen Gefäße (Mikroangiopathie), sowie Veränderungen von Nervenwachstumsfaktoren angenommen.
 
Im Rahmen der abklärenden Untersuchungen müssen auch weitere Formen einer Neuropathie (übermäßiger Alkoholkonsum, Vitaminmangel, Virusinfekte, Folgen einer Chemotherapie, Schwermetallexposition, weitere Stoffwechselerkrankungen) abgegrenzt werden.  Von der diabetischen Neuropathie sind rund 30% der Typ 1 und Typ 2 Diabetiker betroffen, wobei das Risiko durch die Stoffwechselkontrolle, die Dauer des Diabetes mellitus, das Lebensalter des Patienten, sowie das Vorliegen einer Hypertonie (Bluthochdruck), einer Fettstoffwechselstörung oder weiterer diabetischer Spätkomplikationen (Retinopathie, Nephropathie), mit beeinflusst wird.
 
Nach einer Diabetesdauer von 10 Jahren weist rund die Hälfte aller Diabetiker Anzeichen einer diabetischen Neuropathie auf. Die diabetische Neuropathie kann für den Patienten unbemerkt (subklinisch), als auch mit vielfältigen Erscheinungsbildern vorliegen. Zu den Hauptformen der diabetischen Neuropathie zählen die sogenannte periphere sensomotorische Neuropathie und die autonome Neuropathie.
 
 
Periphere sensomotorische Neuropathie
Die periphere sensomotorische Neuropathie, die rund 80% aller Neuropathiefälle ausmacht, führt zu Nervenstörungen an den Extremitäten, die typischerweise symmetrisch, d.h. beidseitig auftritt, und häufiger die unteren Extremitäten (Füße und Beine) betrifft. Kennzeichnend ist auch ein Fortschreiten der Symptome von Zehen- bzw. Handbereich auf Unterschenkel bzw. Unterarm (strumpf- bzw. handschuhförmig).
 
Die betroffenen Diabetiker verspüren Missempfindungen (Kribbeln, Ameisenlaufen, brennende Schmerzen, vor allem in den Nachtstunden), es zeigt sich jedoch auch ein Funktionsausfall (gestörtes Berührungs-, Schmerz-, Temperatur- und Vibrationsempfinden, gestörte Funktion der die Fußmuskulatur versorgenden Nerven, Ausfall von Reflexen).
 
Eine gefürchtete Folge der diabetischen Neuropathie ist das diabetische Fußsyndrom, Verletzungen werden in Folge des gestörten Schmerzempfindens nicht rechtzeitig wahrgenommen und können durch Infektionen kompliziert werden.
 
Die entsprechende Information der Diabetiker im Rahmen von Schulungsprogrammen, eine gute Stoffwechselkontrolle und die regelmäßige Untersuchung durch den Arzt können wesentlich dazu beitragen, ein diabetisches Fußsyndrom und seine Komplikationen zu vermeiden.
 
Durch einfache Untersuchungen, wie die Prüfung des Vibrationsempfindens mit der Stimmgabel, die Kalt-Warm-Empfindung und die Unterscheidbarkeit von spitz und stumpf kann der Arzt eine Nervenfunktionsstörung rechtzeitig erkennen, auch wenn für den Patienten typische Symptome noch nicht erkennbar sind.
 
 
Autonome Neuropathie
Die autonome diabetische Neuropathie betrifft das sogenannte vegetative Nervensystem und kann dabei zu einer Funktionsstörung in unterschiedlichen Organsystemen führen.
 
Dazu zählen die gestörte Wahrnehmung eines Unterzuckers aufgrund einer Ausfalls einer Gegenregulation, der stumme (schmerzlose) Herzinfarkt, eine gestörte Regulation der Herzfrequenz, Herzrhythmusstörungen, eine gestörte Regulation des Blutdrucks und der Durchblutung, eine gestörte Schweißsekretion (trockene und verletzungsanfällige Haut), eine Beeinträchtigung der Magen-Darmfunktion, eine gestörte Blasenfunktion und die erektile Dysfunktion.
 
In der Prävention und auch der Therapie der diabetischen Neuropathie ist die optimierte Blutzuckereinstellung von einer zentralen Bedeutung. Wichtig ist auch die Blutdrucknormalisierung.
 
Weitere Behandlungsmöglichkeiten beziehen sich auf die Symptome der Erkrankung (schmerzstillende Medikamente, einschließlich Antiepileptika). Einige Studien weisen auf eine günstige Einflussnahme einer Therapie mit alpha-Liponsäure hin.
 
Ein wichtiges Ziel ist die frühzeitige Erfassung gefährdeter Diabetiker insbesondere zur Prophylaxe des diabetischen Fußsyndroms.

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