Wichtige Fachbegriffe - Kurz erklärt

 

Albuminurie            

  

 

vermehrte Ausscheidung von Albumin (= Eiweißmolekül) mit dem Urin, was als Anzeichen einer Nierenschädigung oder Nephropathie angesehen wird.

 

 

Angiopathie

 

 

Überbegriff für Schädigungen der Gefäße (Vene, Arterie, Kapillare).

 

 

Audio-Bolus

 

 

eine optimale Funktion einer Insulinpumpe, mit der man eine Bolusdosis sicher programmieren kann, ohne die Anzeige ablesen zu müssen. Der Audio-Bolus bei der Animas Insulinpumpe kann in Stufen zu 0.1, 0.5, 1.0 oder 5.0 Einheiten programmiert werden, wobei die Pumpe akustisch oder durch die entsprechende Anzahl an Vibrationssignalen wiederholt, wieviel Insulin man zuführen will.

 

 

Basalrate

 

 

die Rate der stetigen Insulinabgabe in Einheiten pro Stunde. Eine Insulinpumpe kann bis zu 48 verschiedene Basalraten abgeben (abhängig vom Hersteller), beginnend zu jeder vollen oder halben Stunde.

 

 

Bauch-
speicheldrüse

 

 

 

Pankreas. Insulinproduzierendes Organ.

 

 

Betazellen

 

 

auch ß-Zellen genannt. Insulinproduzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse.

 

 

BMI

 

 

Body Mass Index. Maßeinheit für die Beurteilung des Körpergewichts. Werte unter 19 sind zu niedrig, Werte über 25 zu hoch. BMI = Körpergewicht in kg dividiert durch Körperlänge in m2.

 

 

Bolus

 

 

eine Insulindosis, die man sich vor oder während den Mahlzeiten auf einmal zuführt, um die Glukose in den Kohlenhydraten, die man mit der Nahrung aufnimmt, zu verwerten oder eine Insulindosis, die dazu dient, erhöhte Blutzuckerwerte zu senken.

 

 

CSII

 

 

Abkürzung für kontinuierliche subkutane Insulin-Infusion. Diese Abkürzung umschreibt die Insulin-Infusion mittels Insulinpumpen.

 

 

DCCT

 

 

Diabetes Control and Complications Trial. Eine über 10 Jahre gelaufene Langzeitstudie zum Typ 1-Diabetes. Wurde 1993 in den USA veröffentlicht.

 

 

Diabetes mellitus

 

 

Stoffwechselstörung, bei der die Bauchspeicheldrüse kein oder nur in unzureichendem Maße Insulin ausschütten kann.

 

 

Diabetische Ketoazidose (DKA)

 

 

Metabolische Komplikation, resultierend aus einer übermäßigen Ansammlung von Ketonen und meist mit hohen Blutzuckerspiegeln einhergehend. Die DKA kann anhand von Ketonen im Urin oder Blut festgestellt werden. Die Symptome umfassen Durst, Übelkeit, übermäßig häufiges Wasserlassen, Acetongeruch in Atemluft oder Schweiß usw. Ketoazidose kann unbehandelt zu schweren Erkrankungen oder sogar zum Tod führen.

 

 

Diabetische Polyneuro-
pathie      

 

 

Nervenstörung aufgrund von Diabetes. Wird durch permanent schlecht eingestellten Blutzucker verursacht, wodurch zuerst die Zellwand, später auch kleinste Gefäße, die die Nerven versorgen, geschädigt werden.

 

 

Diabetischer
Fuß (DFS)

 

 

häufigste Nerven- und Gefäßschädigung bei Diabetikern (siehe auch diabetische Polyneuropathie).

 

 

Gastroparese

 

 

eine der Komplikationen des Diabetes. Sie resultiert in einer verzögerten Verdauung. Bei einer Gastroparese lässt sich die Wirkung des Insulins nicht genau an die Verdauung anpassen, was zu Hypoglykämie führen kann, wenn vor der Verdauung von Kohlenhydraten eine Insulinspitze eintritt. Unter Nutzung der Funktion "Verlängerter Bolus" bei Insulinpumpen kann das Insulin über einen gewählten Zeitraum hinweg abgegeben werden, sodass die Gefahr einer gastroparesebedingten Hypoglykämie auf ein Minimum reduziert wird.

 

 

Gestations-
diabetes

 

 

Schwangerschaftsdiabetes. Etwa 1-5% aller Schwangeren haben erhöhte Blutzuckerwerte während der Schwangerschaft, die danach zumeist wieder verschwinden.

 

 

Gestörte Glukose-
toleranz

 

 

erhöhte Blutzuckerwerte unter besonderen Belastungsbedingungen. Wenn nach einem Glukosetoleranztest die Blutzuckerwerte höher liegen als bei Nichtdiabetikern, aber unterhalb der Werte von Diabetikern.

 

 

Gestörte Hypoglykämie-
wahrnehmung

 

 

manche Diabetiker können die normalen Anzeichen für eine drohende Hypoglykämie nicht erkennen. Dies kommt häufiger bei Personen vor, die schon seit vielen Jahren an Diabetes leiden oder bereits viele Hypoglykämieanfälle hatten.

 

 

Glukose

 

 

Traubenzucker. Wird bei der Blutzuckerbestimmung gemessen. Wird bei der Nahrungsaufnahme aus den Kohlenhydraten gebildet und stellt das wichtigste energieliefernde Substrat für den Organismus dar.

 

 

Glykohämo-
globin

 

 

 

siehe Hämoglobin A1c

 

 

Hämoglobin A1c (HbA1c)

 

 

Bezeichnung für Glukosemoleküle, die sich an Hämoglobin gebunden haben und glykosyliertes Hämoglobin bilden. Je höher der Blutzuckerspiegel, desto mehr Hämoglobin wird gebunden. Deshalb werden die HbA1c-Werte zur Messung des durchschnittlichen Blutzuckerspiegels über einen gewissen Zeitraum verwendet - im allgemeinen über zwei bis drei Monate - und sind ein guter Indikator für die Blutzuckerkontrolle. Das HbA1c wird auch als Blutzuckergedächtnis bezeichnet.

 

 

Hyperglykämie

 

 

erhöhter Zuckergehalt des Blutes.

 

 

Hypoglykämie

 

 

Störung, ausgelöst durch einen Insulinüberschuss oder die stärkere Wirkung von Insulin infolge körperlicher Belastung oder verringerter Nahrungsaufnahme. Autofahrer, die einen Hypoglykämieanfall erleiden, sind akut unfallgefährdet. Schwere Hypoglykämie kann zu Koma, Konvulsionen und Tod führen.

 

 

Infusionsset

 

 

eine Vorrichtung, die einen Luer-Adapter (meist), einen Schlauch und eine Nadel bzw. Teflonkanüle umfasst und Insulin von einer Insulinpumpe in den Körper leitet.

 

 

Insulin

 

 

ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und dem Organismus hilft, Glukose zu verwerten.

 

 

Insulinanaloga

 

 

Es gibt 2 Typen: Kurz wirksame Insulinmodifikationen, die ihre Wirkung sofort nach der Applikation entfalten und bis zu zwei Stunden wirken. Sie werden häufig in Insulinpumpen eingesetzt, da ihre Wirkung ohne zeitliche Verzögerung eintritt und sie daher sehr gut bilanziert werden können. Daneben gibt es aber auch Analoga mit besonders langer Wirkdauer.

 

 

Intensivierte Insulin-
therapie

 

 

(ICT) häufige Blutzuckerspiegeltests mit mehreren Insulininjektionen pro Tag, wobei kurz- und langwirksame Insuline verabreicht werden. Auch Basis-Bolus- oder FIT-Therapie genannt. 

 

 

Ketonkörper

 

 

Nebenprodukte des Fettstoffwechsels, die während einer Hyperglykämie oder bei unzureichender Aufnahme von Kohlenhydraten eintreten.

 

 

Kohlenhydrate

 

 

energieliefernde Nahrungsbestandteile, die bei der Verdauung zu Glukose abgebaut werden und den Blutzucker erhöhen. In einer ausgewogenen Nahrung sollten mindestens 50% der Tagesgesamtkalorien durch Kohlenhydrate gedeckt werden.

 

 

Konventionelle Insulintherapie

 

 

Insulintherapie, bei der der Patient sich das Insulin mittels zweier täglicher Injektionen (Kurzwirksames und Verzögerungsinsulin in einer Spritze) zuführt.

 

 

Mahlzeiten-
bolus

 

 

 

siehe Bolus

 

 

mg/dl

 

 

Milligramm pro Deziliter. Gängige Maßeinheit für den Blutzuckerspiegel in manchen Ländern.

 

 

mmol/l

 

 

Millimol pro Liter. Ebenfalls eine Maßeinheit für den Blutzuckerspiegel in manchen Ländern. 

 

 

Neuropathie

 

 

Nervenerkrankung bzw. –schädigung. Häufig auftretende Folgeerkrankung bei Diabetikern. Siehe auch diabetische Polyneuropathie.

 

 

Nephropathie

 

 

Nierenerkrankung. Häufig auftretende Folgeerkrankung bei Diabetikern, die von eingeschränkter Nierenfunktion bis hin zum kompletten Nierenversagen führen kann.

 

 

Normalinsulin

 

 

rasch wirkendes Insulin, dessen Wirkung 15 bis 30 Minuten nach der Verabreichung einsetzt und vier bis sechs Stunden anhält. Für Insulinpumpen werden nur Normalinsulin oder kurzwirksame Insulinanaloga verwendet. 

 

 

Orale Antidiabetika

 

 

Überbegriff für blutzuckersenkende Medikamente, die in Tablettenform zugeführt werden.

 

 

Pankreas

 

 

siehe Bauchspeicheldrüse

 

 

Retinopathie

 

 

Netzhauterkrankung. Häufige Folgeerkrankung bei Diabetikern. Beeinträchtigung des Sehvermögens bis hin zur Blindheit.

 

 

Sankt-Vincent-Deklaration

 

 

Forderungen, die aufgrund einer europäischen Konferenz in St. Vincente (Italien) im Jahr 1989 erhoben wurden, die unter anderem innerhalb von 5 Jahren zu einer deutlichen Senkung diabetesbedingter Folgeerkrankungen führen sollte.

 

 

Subkutan

 

 

bedeutet "unter die Haut", im Gegensatz zu intravenös für "in die Vene" oder intraperitoneal für "in die Bauchfellhöhle". Die subkutane Injektion ist die am weitesten verbreitete.

 

 

Triglyceride

 

 

eine bestimmte Form der Blutfette, die entweder im Körper gebildet oder mit der Nahrung aufgenommen werden. Erhöhte Triglyceridwerte sind besonders bei übergewichtigen Personen, aber auch bei schlecht eingestelltem Diabetes zu beobachten.

 

 

Typ 1-Diabetes

 

 

Insulinmangeldiabetes. Patienten mit Typ 1-Diabetes produzieren gar kein Insulin und müssen daher Insulin mehrmals täglich spritzen.

 

 

Typ 2-Diabetes

 

 

Relativer Insulinmangeldiabetes. Typ 2-Diabetiker produzieren anfangs genug Insulin, es wirkt aber nicht richtig. Später ist die körpereigene Insulinproduktion unzureichend, und die Patienten müssen mit oralen Antidiabetika oder Insulin behandelt werden.

 

 

UKPDS

 

 

United Kingdom Prospective Diabetes Study. Die größte Langzeitstudie (20 Jahre) zum Typ 2-Diabetes, die unter anderem belegen konnte, dass eine gute Blutdruckkontrolle diabetesbedingte Komplikationen deutlich verringern kann.