Gefäßerkrankungen (Angiopathie)

Mikroangiopathische Folgeschäden
Hierbei werden kleinere und kleinste Gefäße geschädigt. Die Hauptursache ist in diesem Fall zum größten Teil ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel, der die empfindliche Gefäßwand (Endothel) direkt in ihrer Funktion und ihrem Aufbau stört.Es kommt zur Verdickung (Sklerosierung) aber auch zum Undicht werden der Gefäßwände, so dass es zu Ablagerungen von Blut und Eiweißstoffen in den Geweben kommt, welche die Funktion des betroffenen Organs beeinträchtigen können.

Diabetische Retinopathie
Hier ist die Netzhaut des Auges betroffen. Nach wie vor stellt diese Komplikation die häufigste Ursache für Erblindung in der westlichen Welt dar. Ausführliche Informationen finden Sie unter Diabetische Retinopathie.

Diabetische Nephropathie
Die Niere ist ein wichtiges Organ, das nicht nur eine Filterfunktion für den menschlichen Körper hat, sondern auch den Flüssigkeitshaushalt mit allen Spurenelementen regelt und sogar auf die Blutbildung einen wesentlichen Einfluss nimmt. Wird die Niere durch eine schlechte Stoffwechseleinstellung geschädigt, so äußert sich das zu allererst in einer Verschlechterung ihrer Filterwirkung. Ausführliche Informationen finden Sie unter Diabetische Nephropathie.

Diabetische Neuropathie
Hierbei handelt es sich um eine Schädigung der Nerven im Rahmen des Diabetes. Diese kommt zum einen über eine Minderversorgung der Nervenzellen durch Veränderung der versorgenden Gefäße im Rahmen einer Mikroangiopathie zustande, zum anderen schädigt ein hoher Blutzuckerspiegel, und hier wiederum besonders große Schwankungen, die Nervenzellen direkt.

Man unterscheidet eine periphere Neuropathie, bei der vor allem die langen Nervenstränge der Beine, seltener auch der Arme, betroffen sind, von der autonomen Neuropathie, bei der vor allem innere Organe, aber auch die Schweißregulierung an den Füßen betroffen sind. Ausführliche Informationen finden Sie unter Neuropathie.

Makroangiopathie
Unter diesem Begriff werden Schäden an den größeren Gefäßen wie Halsschlagader, Aorta, Herzkranzgefäßen aber auch Beingefäßen zusammengefasst. Diese Schäden entstehen im Rahmen der beim Diabetiker rascher und aggressiver fortschreitenden Atherosklerose oder Gefäßverkalkung. Hierbei kommt der Umstand zu tragen, dass Typ-2-Diabetes nicht nur einen hohen Blutzuckerspiegel, sondern auch eine qualitative und quantitative Fettstoffwechselstörung sowie einen erhöhten Blutdruck mit sich bringt.

Besonders bedeutend ist dabei die Veränderung des LDL oder so genannten bösen Cholesterins. Dieses ist bei Diabetikern besonders klein und dicht, und hat eine erhöhte Bereitschaft in Gefäßwände einzudringen, dort zu bleiben und gemeinsam mit Entzündungszellen und Kalkpartikeln so genannte Plaques zu bilden. Diese sind nicht nur in der Lage eine zunehmende Gefäßverengung zu bilden, sondern können auch spontan platzen und unter Ausschüttung ihres Inhaltes und Aktivierung der Blutgerinnung einen akuten Gefäßverschluss verursachen.

Je nach Lokalisation dieses Verschlusses kann es sich bei dem Ergebnis um einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine akute Minderdurchblutung eines Beines handeln. Um dieser Entwicklung vorzubeugen, gilt es nicht nur eine optimale Diabeteseinstellung an zu streben (HbA1C < 7,0%), sondern auch alle anderen Risikofaktoren der Atherosklerose zu minimieren. Das heißt Senkung der Blutdruckwerte <130/80 mmHg, eine Absenkung des LDL Cholesterins auf <100mg/dl, sowie nach Möglichkeit Anheben des guten Cholesterins (HDL) auf >40 mg /dl bei Männern und >50mg/dl bei Frauen.

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist der Tabakkonsum. Rauchen und Diabetes ist eine absolut nicht zu empfehlende Kombination, jeder Diabetiker sollte zumindest den Tabakkonsum, so vorhanden, massiv einschränken, im Idealfall aufgeben. An Vorsorgeuntersuchungen sollte einmal jährlich eine farbcodierte Duplexsonographie der zuführenden Hirngefäße, sowie eine Durchblutungsmessung der Beingefäße und ein EKG Befund erfolgen. Zusätzlich ist bei jedem langjährigen Hochdruckpatienten zumindest einmalig ein Herzultraschall (Echocardiographie) und ein Belastungs-EKG (Ergometrie) zu empfehlen.